Dipl.-Ing. für Architektur, Baubiologe und Sachverständiger
Prüfung und ganzheitliche Beratung im Bereich Mensch ↔ Umfeld


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Quintessenz
Dummy

Zufall

 

Immer wieder wird hinterfragt, ob etwas zufällig geschehen kann. Die Quantenphysik definiert das Raumzeit-Kontinuum als die Fülle der unendlichen Quantenmöglichkeiten. Kontingenz ist die Zufälligkeit, dass etwas Bestimmtes geschieht. Die sich daraus ableitende Frage ist, ob das bestimmte Geschehen tatsächlich auf eine zufällige Ursache zurückzuführen ist.

Die göttliche, schöpferische Quelle ist überall gegenwärtig. Sie erforscht das Geschaffene nicht in Hinblick auf das Sein der Schöpfung, sondern auf die Folge des Umgangs der Umgebung mit dem Neuen. Es heißt: „Gott würfelt nicht“. Dahinter steckt die Aussage, dass nichts ohne eine Absicht geschieht. Dies hat nichts mit dem Begriff „Zufall“ zu tun, da von der Wortbedeutung nichts über die Absicht des „Sendens“ enthalten ist.

Der Hintergrund des Wortes ist zuerst einmal passiv zu verstehen. Wenn mir etwas zufällt bzw. „vor Augen“ geführt wird, bleibt die Wahl der Annahme oder Ablehnung. Zufall bedeutet auch, dass eine Wahrnehmung des Zugefallenen vorhanden sein muss. Ohne diese Wahrnehmung gibt es auch keine Zufälligkeit, da es sich gegenseitig ausschließt.

Um die Komplexität des Vorgang der Zufälligkeit zu verstehen, ist eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem Thema von Nöten. Die Ebene des Schöpfers macht Angebote durch ihre Schöpfung. Mit dieser Erkenntnis ist verbunden, dass ein Angebot angenommen, verarbeitet, abgelehnt oder übersehen werden kann. Alle Varianten erzeugen eine Unendlichkeit neuer Möglichkeiten. Das Interesse der Schöpfung ist, diese in ihrer Folge für weitere Möglichkeiten durchzuspielen. Das ist mit dem Begriff „Erfahrung“ gemeint. Was nicht erfahren wird, ist nicht existent. Was nicht existiert, wurde auch nicht erschaffen. Hier zeigt sich, dass das Eine zwangsläufig das Andere bedingt, wodurch sich immer wieder einige Kreise schließen und die Notwendigkeit für eine neue Schöpfung erforderlich wird. Aus diesem Grunde kann „Schöpfung“ nur als „Initialzündung“ verstanden werden. Diese kann auch mal verpuffen bzw. ins Leere laufen. Dies wäre z.B. der Fall, wenn der „Funke“ der Zündung auf kein „Material“ zur Verbrennung oder Explosion bzw. auf keine „Resonanz“ stößt.

Der Zufall in der Schöpfung liegt also nicht in der Absehbarkeit möglicher Folgen durch den Schöpfer, sondern in deren Manifestierung. Der freie Wille liegt in der Umsetzung wahrgenommener „Zu-fälle“. Dafür gibt es durchaus Wahrscheinlichkeiten. Diese liegen in der Akzeptanz des Einzelnen, den Zufall für sich ggf. nutzbringend verwenden zu können. Die Schöpfung hat durchaus Möglichkeiten, mit solchen gezielten Angeboten zu spielen und damit lenkend einzugreifen. Die Frage, ob diese Variante durch die Schöpfung eingesetzt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich wage aber zu vermuten, dass keine Variante im Spiel ausgelassen wird.

Wenn nun die Frage nach dem Zufall erörtert wird, beruhen Antworten immer auf dem Standpunkt des Fragenden. Es gibt keine „richtige“ Antwort, bevor dieser nicht individuell hinzu gefügt wird. Wer dies nicht tut, kann zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gelangen, da die Antwort ohne genaue Definition der Fragestellung immer lauten müsste: „Eine Antwort auf diese Frage gibt es nicht!“

Ich möchte zur Verdeutlichung folgende Beispiele als Antwort anfügen:

- Es gibt Zufall, da Angebote existieren, die ich annehmen kann.
- Es gibt keinen Zufall, da die Angebote nicht zufällig existieren.
- Es gibt Zufall, da Angebote an mich gerichtet sein können.
- Es gibt keinen Zufall, da das an mich gerichtete Angebot nicht zufällig erfolgt.
- Es gibt Zufall, da in der Schöpfung nichts ohne Absicht geschieht.
- Es gibt keinen Zufall, da „Gott nicht würfelt“

Ich hoffe, mit meinem Beitrag ein wenig zum Bewusstsein beigetragen zu haben, dass alles relativ ist. Wer das Absolute sucht, also die eindeutige Frage auf eine Antwort, muss sich immer einschränken bzw. einen Bezugspunkt suchen. Jede Diskussion läuft in Leere, wenn dieser nicht vereinbart wird bzw. in der Antwort enthalten ist.


Paul Eltrop



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