Dipl.-Ing. für Architektur, Baubiologe und Sachverständiger
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Ganzheitlichkeit in der Baubiologie

 

Was bedeutet „Ganzheitlich?
Die Antwort ist einfach. Es ist alles einschließend und nichts auslassend.
Da kommt die automatische und logischen Frage:
Geht das überhaupt?
Meine klare Antwort ist: N E I N !


Einführung:

Wir haben keinen Begriff für die eingeschränkte reale Bedingung der Ganzheitlichkeit. (holistisch) Wenn wir den Begriff wählen, ist eher damit gemeint:

„So viel wie nötig einschließend, so wenig wie möglich ausschließend“.

Was nötig ist, kann subjektiv beurteilt werden. Was möglich ist, wird durch das Wissen der Einzelheiten und Zusammenhänge bestimmt. Wenn wir uns über diese Grundlagen im Klaren sind, wird der Begriff „Ganzheitlich“ relativiert und kann daraus Verwendung finden.

Aufgrund der Zunahme von Wissen über viele Themen, bleibt die ganzheitliche Betrachtung „auf der Strecke“. Wer kann schon über alles Bescheid wissen. Daraus entsteht eine Spezialisierung und Selektion. Die Folge ist, dass Zusammenhänge aus dem Fokus geraten. Weil Zusammenhänge erst erfasst werden, wenn Einzelheiten begriffen worden sind, stehen wir in einem großen Dilemma.

Frage: Wie kommen wir aus dem Dilemma heraus?
Mit einer Antwort befasse ich mich im folgenden Text.


Spezialisierung:

Spezialisierung ist in unserer Zeit absolut notwendig, um komplexe Aufgaben lösen zu können. Jeder Spezialist sucht eine Lösung für eine Problem oder eine Aufgabe zuerst in seinem „Spezialbereich“. Erst wenn er dort erkennt, dass nichts zur Lösung führt, wird er möglicherweise die Aufgabe an andere Spezialgebiete weiter geben. Oft geschieht es, dass der Spezialist früh erkennt, dass ein Problem von ihm nicht lösbar ist. Manchmal dauert das länger. Ein Risiko besteht bei solchen Verfahren darin, dass Prozesse in die Länge gezogen werden können.

Viel schlimmer ist die Situation, dass ein Fachmann eine Lösung findet, von der er glaubt, dass es die „Richtige“ ist. Wenn er weiter daran arbeitet, ist sein ganzes Spezialwissen gefragt. Wenn er dies einsetzt, kommt er vielleicht zu einer realisierbaren Lösung. Diese wird umgesetzt. Dabei wird der erforderliche Aufwand als Notwendigkeit betrachtet. „Eine komplizierte Aufgabenstellung benötigt eine komplizierte Lösung“.
Wenn er ganzheitlich vorgehen würde, könnte er möglicherweise erkennen, dass eine Lösung außerhalb seines Spezialgebiets viel effizienter wäre. Im Ergebnis wäre die Lösung weniger kompliziert, komplex und hätte noch eine höhere Wirtschaftlichkeit.


Vereinfachung:

Die Prozesse der Vereinfachung folgen aus der Wortbedeutung immer einer komplizierten Vorgabe. Da wird ein großer Erfolg gesehen, wenn sich daraus eine wirtschaftlichere Lösung darstellt. In der Gesellschaft gibt es mittlerweile beide Prozesse. Es werden sowohl Vereinfachungen gefunden, gleichzeitig wird das Produkt komplizierter, da immer mehr Funktionen eingebaut werden. Unterm Strich kann man überall feststellen, dass in den meisten Fällen nichts einfacher wird. Weil es an Komplexität zunimmt, sind weitere Spezialisierungen gefragt. So dreht sich die „Spirale“ weiter.

Meine erste Kritik liegt darin, dass es heute nahezu keiner mehr wagt, Einfaches zu entwickeln oder zu verwenden. Wenn andere mit ähnlichen Anwendungen mehr können, hat das Produkt oder die Dienstleistung keinen Wert. Es ist egal, ob die vielen Funktionen gebraucht werden. Das Gefühl der Einschränkung bei einer fehlenden Option ist zu groß. Es zählt nicht, dass z.B. die Einarbeitung unterm Strich mehr Zeit kostet als die zusätzliche Funktion erspart.


Zusammenhänge:

Zusammenhänge zu erkennen ist überall erforderlich. In jedem Spezialgebiet findet man diese Bedingungen. Wir kennen den Begriff: „Den großen Zusammenhang erkennen“. Es geht um die Erkenntnis, wie eine „interdisziplinärer“ Zusammenhang aussehen könnte. Bei unserer Spezialisierung ist dieser nur ein spezialisierter Zusammenhang, welcher eine Verbesserung, jedoch nicht das Optimum ergibt. Die Industrie und andere Bereiche bedienen sich der sog. Projektsteuerung, welche diesen Überblick behalten sollen. Diese „Spezialisten“ sind von „Ganzheitlicher“ Betrachtung ihrer Aufgabe weit entfernt.

Eine Voraussetzung, um dem Begriff „“Ganzheitlich“ näher zu kommen, ist das Erkennen vieler Zusammenhänge. In vielen Fällen begrenzt sich diese Lösung in der Tatsache, dass ein breitbandig Steuernder gewisse Grundkenntnisse der von ihm betreuten Fachgebiete haben muss. Für die Lösung des Dilemmas müssen wir einen Schritt zurück gehen und die Dinge vereinfachen. Die Summe allen Wissens eines steuernden Fachmanns sollte ausreichen, die Grundlagen zu erkennen. In diesem Fall kann er vernünftige Entscheidungen fällen.


Schlussbetrachtung:

Die Antwort aus der Frage in der Einführung sieht wie folgt aus:
Um Zusammenhänge zu erkennen, benötige ich zuerst Fachwissen, welches mir die Zusammenhänge erschließt. Das Fachwissen muss umfangreich sein, dass die Zusammenhänge erkannt werden können. Wenn das „große Ganze“ verstanden ist, kann daraus im Detail fehlendes Fachwissen ergänzt werden, weil es sich durch Logik, Plausibilität und Intuition ableiten lässt. In der Folge ist es nicht mehr erforderlich, das fehlende Fachwissen zusätzlich „anzulesen“. Es wird aus dem „Ganzen“ abgeleitet. In den Bereichen, wo eine Ableitung nicht möglich ist, werden Spezialisten hinzugezogen.
Das Verständnis über das „Ganze“ reicht aus, den geeigneten Spezialisten mit dem „richtigen“ Hinweis zu finden. Eine „Projektsteuerung“ sollte m.E. nicht einseitig delegieren und kontrollieren, sondern im Prozess involviert sein. Andernfalls verliert sie die „Bodenhaftung“ oder den Bezug zur Durchführung.

Der Baubiologe ist in einer Person sowohl der Ausführende als auch der Steuernde. Er hat die Aufgabe, mit allen möglichen Mitteln, umfangreichen Techniken und breitem Fachwissen das optimale Ziel zu erreichen. Eine Spezialisierung ist bei dieser Dienstleistung hinderlich, da der Fokus auf dem Ganzen liegen muss.


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